03.06.2020

Johannes Mosmann - Das Geheimnis der Macht

„Demokratie entsteht überall dort, wo sich wirtschaftliche Assoziationen und kulturelle Korporationen neben die staatliche Administration stellen, um das aufzunehmen, was ein demokratischer Staat notwendig abwerfen muss. [...] Jede Demokratie ist eine gelenkte Demokratie, solange sie Wirtschafts- und Kulturleben nicht sich selbst überlässt. [...] Die Exekutive kann der Legislative genau so lange verantwortlich sein, als diese sich auf Fragen des Menschenrechts und der Sicherheit beschränkt und alles andere unberührt lässt. Soll sie dagegen als Stellvertreter ökonomischer und geistig-kultureller Interessen agieren, muss sie entsprechend handlungsfähig werden, d.h. aber unternehmerische Eigeninitiative entwickeln und sich von der Legislative abspalten.“

Johannes Mosmann Das Geheimnis der Macht

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Vielen Dank für diesen Artikel!
Vor allen Dingen dafür wie das "Demokratie-Dilemma" herausgearbeitet wurde, wenn sich der Staat mit Aufgaben übernimmt und dann andere Kräfte in ihn einbrechen. Gerade Ihre Stilisierung ist mir schon in der Vergangenheit aufgefallen. Es wird sehr nachvollziehbar alles aus den Phänomenen entwickelt. Auch das Aufgreifen von aktuellen Stimmen (wie Mausfeld)fehlt mir oft bei ‚anthroposophischen Quellen‘. Verdienstvoll ist auch die Mühe gewesen im Original (bei Lippmann) wirklich das von ihm vertretene zu finden.
Vielleicht kann man es auch so Ausdrücken: Mausfeld hat mit seinem Staatsverständnis eine ‚östliche‘ Vergangenheitstendenz. Er vermutet daher beim Westmenschen Lippmann den systematischen Aufbau einer bestimmten Staatsmaschinerie als ‚gelenkte Demokratie‘. Zwischen diesen beiden kann die Dreigliederung die rechten Wege aufzeigen.