07.10.2015

Offener Brief an Henning Kullak-Ublick und den Bund der Freien Waldorfschulen

„Sehr geehrter Herr Kullak-Ublick,

nach der Herausgabe Ihrer Broschüre über die „Reichsbürgerbewegung“ haben Sie kürzlich ein Schreiben an die Kollegien der Waldorfschulen verfasst, in dem Sie auf die europäischen „Tendenzen“ hinweisen, „in nationalistische Strukturen zurückzufallen“, und auf die Gefahren aufmerksam machen, die für die Waldorfschulen „im Namen eines vermeintlichen ‚freien Geisteslebens‘“ daraus entstehen könnten. Obwohl ich eine solche Entwicklung innerhalb der Waldorfschulbewegung für unwahrscheinlich halte, kann ich Ihre Sorgen und Befürchtungen durchaus verstehen. Ich muss allerdings gestehen ...“ >>> Weiterlesen

Heinz Mosmann: Offener Brief an Henning Kullak-Ublick und den Bund der Freien Waldorfschulen
Brief als PDF anzeigen.

Henning Kullak-Ublick hat zugesagt, hier demnächst eine Entgegnung zu veröffentlichen.

Kommentare:

Stefan Oe. hat gesagt…

Danke für diesen Text!

h. frank stamereilers hat gesagt…

in der gleichen Angelegenheit im Mai 2015 an Herrn Kullak-Ublick...


Wer die Vorzüge des eigenen Denkens erkannt hat, dürfte sich kaum mehr für das Denken in einer Gruppe eignen (Hauschka)


Lahme, Krücken verkaufend
Blinde, Spiegel feilbietend mit Applaus
sie dünken sich wissend
posaunen’s sogar im Web heraus

diese Gedanken, schablonengleich
deren Mehrheit desinteressiert
na klar, denn sie weiß den Weg
sie hat sich noch nie geirrt

Fragen sind nicht ihres Lebens Pfad
gleich unwissend der Woge
huldigt ihrer Kaiser neue Kleider
sie kamen niemals aus der Mode

wohl versehen mit dem Stein der Weisen
suchen Anerkennung, keine Almosen
suchst du Austausch mit ihnen
geh` ins Tal der Ahnungslosen
dort hat man Großes zu erreichen
und man darf nicht kleinlich sein
gern der Herrscher Meinung folgend
deren Lied ist „unser“ Reim

teile und herrsche, das Prinzip
die Menge wird`s nicht versteh`n
Bewusstseinsseele hin oder her
unsere Sache muss weiter geh`n

die Idee, für die man sich regt
dieser Kampf lohnt allemal
steht er doch hoch über alledem
sind auch die Schäden kollateral

den Schmerz derer zu spür’n
die man unweigerlich ignoriert
ein wenig Sand im Getriebe, denn
eignes Weltbild ist fest zementiert

zu empfinden der Hintergründe Leid
lieber unwissend, gar überheblich
getrieben zum äußeren Erfolg
staatlich Silberling gar wesentlich




die Kanzlerin fragt die USA
darf sie erklären dem eig`nen Volk
ihre Oberen könnten`s ja übel nehmen
sie ist ihren Puppenspielern hold

NSA-aktueller kann’s nicht sein
wem Merkel sich verpflichtet fühlt
die BRD-GmbH sei frei
wird`s endlich klar, wer hier befiehlt

Gert Postel, bestes Synonym
für jenes Lügen-System
es ist so offenkundig
warum könnt ihr`s nicht seh`n

auch ein Foschepoth könnt helfen
doch bedingt dies` offenes denken
statt plump-pauschaler Pamphlete
wer mag sich geistig so verrenken

wir alle fliegen übers Kuckucksnest
the show must go on
diese Guten mit Gedanken
man sei doch gleich mit Agathon




keiner kann richtig` Weichen stellen
wer unwissend deren Hintergrund
mag er sich noch so schlaue dünken
die Gegner steh`n im stärksten Bund

gern wird bekundet des Geist-Führers Wort
deren Auslegung Pharisäern gleicht
notfalls gilt was einem beliebt
Gefühl und Wellenschlag-aufgeseicht

mit der Zeit ist jede Idee verwaschen
im Spülgang bis zur Unkenntlichkeit
die Jünger hängen an toten Gedanken
phrasenhaft routiniert in Ewigkeit

gibt’s da noch Leute, woll`n differenzier`n
Anthroposophie statt Quantität
nicht das soundsovielte Ereignis zählen
mit Einsicht errungene Qualität

wo ist die stützende Gemeinschaft
mit Menschen frei wirkend darin
Steiner unzählig` Hinweis gab
Hierarchie statt dem, viel äußerer Sinn




übermenschlich` Meister wirkten
dass die Einsicht regiert
sind`s die Jünger als Gegenmächte
alle großen Ideen sind korrumpiert

Christus als Armer unter Armen
die Kirche mit Fürsten gespickt
kaum war Steiner verstorben
er war nicht wirklich beliebt

wie lange muss die Wahrheit hoffen
vom Menschen einst geliebt zu werden
Offenbarung gilt gewiss nur dem
der mit Schmerzen sich kann erden

sich der Maske Norm zu entledigend
den Mut zur eig`nen Irrung
sterbend neu zu werden
der Weg zur Menschenwerdung


h.f.stamereilers