08.01.2013

Rudolf Steiner: Über die Kernpunkte der sozialen Frage

Drei Jahre nach Erscheinen seines sozialwissenschaftlichen Hauptwerks äußerte sich Rudolf Steiner über dieses: "Als ich vor drei Jahren etwa auf Verlangen einer Reihe von Freunden, die damals unter dem Eindruck der Ereignisse im sozialen Leben nach der vorläufigen Beendigung des großen Weltkriegs standen, meine «Kernpunkte der sozialen Frage» veröffentlicht hatte, da ergab sich für mich, ich möchte sagen, als unmittelbares Erlebnis, daß diese Veröffentlichung im Grunde mißverstanden worden ist auf allen Seiten [...] So hat man namentlich vielfach dasjenige, was ich eigentlich nur zur Illustration der Hauptsache gegeben habe, für die Hauptsache selbst genommen."

Im Anschluss an diese Worte erläuterte Steiner dann, was für ihn die Hauptsache war:

Rudolf Steiner: Über die Kernpunkte der sozialen Frage

Weitere Originaltexte aus Rudolf Steiners sozialwissenschaftlichem Werk.

Kommentare:

Robert Kelder hat gesagt…

Erstaunlich, dass Sie leider nicht zudem erwähnen, was Rudolf Steiner am Ende seines ersten Vortrags des Nationalökonomischen Kurs im Juli 1922 sagte, nämlich wie es nun, nachdem man die Kernpunkte total missverstanden hat, mit der Dreigliederungsimpuls weiter gehen soll: gerade was er in diesem Kurs zu bringen hatte! Dies wird von den meisten Dreigliedern überlesen, übersehen oder bagetelliseert, dadurch das man einfach mein, dieser Kurs sei doch nur für Ökonomen gemeint. In diesem Sinne sind "wir" selber schuld, dass die Dreigliederung in dieser neuen Form bis jetzt nicht zum Zuge gekommen ist. Einer der wenigen, die verstanden hat, dass diese neue Denkweise noch immer aktuell ist und sogar die Sache weiterentwickelt hat, war Herbert Witzenmann, dessen zwei Verhandlungen "Der gerechte Preis" und "Geldordnung als Bewusstseinsfrage" ich auf Holländisch und Englisch als "De rechtvaardige prijs - Wereldeconomie als sociale organica" und als "The Just Price - World Economy as Social Organics" herausgegeben habe, sondern übrigens viel Erfolg. Siehe http://just-price.blogspot.com und
http://willehalmstiftung.blogspot.com

Stefan Wehmeier hat gesagt…

Die soziale Frage

„Die Zahl der Gesetzgeber, Reformer, Parteien und Programme, die die soziale Frage zu lösen versuchten, ist Legion. Sie sind bisher alle gescheitert. Ihre Bemühungen konnten, wie wir heute rückblickend feststellen müssen, gar nicht zum Ziel führen, da ihnen die versteckte Ursache des Übels nicht oder nur unvollständig bekannt war. Mit dem guten Willen allein ist es hier eben nicht getan. Erst seit wenigen Jahrzehnten liegen die Zusammenhänge entschleiert vor uns, ist die Möglichkeit zur Lösung der sozialen Frage gegeben, vermag das Recht auf den vollen Arbeitsertrag überhaupt erst verwirklicht zu werden.“

Otto Valentin, 1952

Die sechs Jahrzehnte danach haben die „Gesetzgeber, Reformer, Parteien und Programme“ genauso verschlafen wie die „wenigen Jahrzehnte“ davor:

Halbwegs glücklich?

Die soziale Frage wäre mit der Erstveröffentlichung von „Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld“ (Silvio Gesell, 1916) gelöst gewesen, und wo wir dann heute wären, kann bestenfalls erahnen, wer die „Großen Vier“ (Heinlein, Asimov, Lem, Clarke) vollständig gelesen hat. Wo die Menschheit aber heute wäre, hätte es die „heilige katholische Kirche“ nicht gegeben, sprengt jedes Vorstellungsvermögen:

Die Rückkehr ins Paradies